Begutachtung des Brandschutzes an Feuerschutztresoren

Es gibt mehrere Arten von Tresoren:

* Tresore zum Schutz vor Einbruch / Diebstahl ohne weitergehenden Feuerschutz

* Tresore zum speziellen Schutz vor Feuer / Brand

* Tresore mit kombiniertem Einbruch- und Brandschutz

Zu beachten ist, dass nur ein entsprechend zertifizierter Tresor zunächst auch den jeweiligen Schutz verspricht. So bietet beispielsweise ein in VdS-Widerstandsgrad I zertifizierter Tresor auch den entsprechenden Widerstand gegen Einbruch, und zwar auch noch nach Jahrzehnten, wenn keine Beeinflussung der Baugruppen durch Einbruch oder den unzulässigen Eingriff (z.B. Schlosstausch durch Eigenvornahme) erfolgt.

Ganz anders sieht das bei Tresoren mit Feuerschutz aus. Dabei ist immer folgendes zu beachten:

a) Billigimporte aus Fernost, häufig in Baumärkten für kleines Geld erhältlich, arbeiten oftmals ohne jegliche Dichtungen nur mit geringsten Spaltmaßen. Diese "Firesafes" haben in Prüfungen auch zum Teil die Versprechen einlösen können, teilweise waren aber auch schon nach kurzer Befeuerung die Dokumente vernichtet. Seine Wertgegenstände in einem derartigen Behältnis aufzubewahren ist ein Vabanque-Spiel.

b) Tresore europäischer Hersteller kommen jetzt häufiger mit "zertifizierter Feuersicherheit" nach den neuen LFS-Feuersicherheitszertifikaten nach der neuen europäischen Prüfnorm prEN 15569 daher, ausgewiesen als " LFS30P " oder auch "LFS60P ". Hierbei handelt es sich um eine Prüfnorm, die bewusst unterhalb der Norm EN 1047-1:2005 angesiedelt wurde. Oftmals handelt es sich hierhei um Tresore mit Einbruchschutz nach VdS oder Euronorm, in die zusätzliche Dichtungen im Türbereich eingezogen wurden, um den Eintritt von Hitze und Brandgasen in den Innenraum weitestgehend auszuschließen. Die Sinnhaftigkeit eines Tresores, in dessen Innenraum sich die Temperatur im Brandfall innerhalb von z.B. 30 Minuten nicht auf über 172° erhöht, möge sich jeder selbst hinterfragen, denn oftmals wird ein Brand erst verzögert entdeckt, und bis zum Eintreffen der Brandbekämpfer vergehen auch noch viele Minuten. Bis die eigentliche Brandbekämfung beginnt, sind diese 30 Minuten oftmals bereits überschritten und eine Zerstörung der eingelegten Gegenstände bereits erfolgt.

c) einen zertifizierten Feuerschutz bieten hier nur Tresore, die speziell für den Einsatz als Brandschutzschrank konzipiert wurden und in einem speziellen kombinierten Verfahren vom IBMB in Braunschweig getestet und die Prüfergebnisse dokumentiert wurden. Diese Tresore besitzen dann eine Prüfplakette, die über die Qualitätsmerkmale Auskunft gibt, z.B. S60P , S120P , S60DIS oder auch S120DIS , wobei die Zahl den geprüften Zeitraum in Minuten und die folgende Buchstabenkombination den Dokumententyp (P für Papierdokumente, DIS für Datenträger) kennzeichnet. In einem NEUEN Tresor können Sie also davon ausgehen, dass Ihre jeweiligen Dokumente für den angegebenen Zeitraum im Falle eines Vollbrandesw geschützt sind. In diesen Tests wird auch eine Sturzprüfung vorgenommen, in welchem simuliert wird, dass im Brandfall die Deckenkonstruktion nach einem gewissen Zeitraum durchgebrannt ist und der Tresor durch die Decke durchstürzt und danach von brennenden Gegenständen umgeben wird.

Warum haben wir aber das Wort "NEUEN" hervorgehoben?

Dazu muss man wissen, wie der Brandschutz in hochwertigen eigentlich funktioniert. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der Feuerschutz nur durch Dichtungen zwischen Tür und Korpus erreicht wird. Der eigentliche Feuerschutz besteht darin, dass in den Wänden von Tresorkorpus und Tür unterschiedliche Materialien eingebracht sind, die in Stufen auf eine Erwärmung reagieren. Dies sind Gemische aus Salzen, vergütetem Beton, anderen Mineralien und Flüssigkeiten. Letztere halten dabei die Gemische bewusst feucht, der Feuerschutz wird dadurch erreicht, dass die Gemische erst nach und nach aushärten. Nach Aushärten der Füllstoffe erhöht sich im Innenraum des Wertbehältnisses die Temperatur dann wie bei einem ungeschützten Tresor und führt zur Zerstörung der eingelegten Gegenstände.

Dieses Wissen ist für den Benutzer sehr wichtig. Diese feuchten Salzgemische sind nämlich recht aggressiv zu den umgebenden Materialien, weshalb ein blanker Stahl bereits nach wenigen Monaten zerfressen ist. Daher werden hier vergütete Bleche und dauerelastische Abdichtmittel eingesetzt, um diesen Prozess zu hemmen. Stoppen können sie ihn nicht. Nach einigen Jahren sieht das dann so aus wie auf diesem Foto, beachten Sie oben links den Riss den Riss im ausgehärteten Füllstoff:

 

In diesem alten Tresor S120DIS wurde sogar auf eine Abgrenzung des Füllstoffes zum Riegelwerkskasten verzichtet.! Die feuchte salzhaltige Luft entweicht IMMER zum Riegelwerkskasten hin, so dass dort schon nach zwei bis drei Jahren Nutzung teilweise starker Rostbefall erkennbar wird. Die Schutzschicht des Bleches wird permanent angegriffen und nach und nach zerstört. Da auch die Riegelwerkskästen zum Innenraum gut abgedichtet werden, entweicht die salzhaltige Luft dann auch nicht so schnell. Wer den Fehler begangen hat, einen solchen Tresor mit einem komfortablen Elektronikschloss zu kaufen, ahnt bereits jetzt, warum dies eine Fehlentscheidung war, denn salzhaltige Luft und Elektronik vertragen sich nicht wirklich gut, wie nachfolgendes Foto beweist:

 

Irgendwann also ist also das Salzgemisch ausgetrocknet. Bei dem einen dauert das sechs, sieben Jahre, bei dem anderen geht das schneller, insbesondere, wenn der Tresor intensivem Sonnenlicht ausgesetzt wird oder in einem überhitzten Serverraum steht. Diese Tresor haben dann keinen Feuerschutz mehr, auch wenn die angebrachten Plaketten dies versprechen. Sie dürfen getrost davon ausgehen, dass ein 10 Jahre alter Tresor diese Eigenschaften vollständig verloren hat. Man fragt sich also, ist der feuersichere Tresor aus den Achtzigern, der bei ebay ab 1 Euro zu haben ist, nun wirklich das Schnäppchen, als das es zunächst betrachtet? So ein Modell ist eigentlich nur Sondermüll und kann höchstens noch dafür gut sein, dass Sie wenigstens einen Ordnungspunkt haben, an dem Sie bestimmte Gegenstände bevorzugt wiederfinden können.

Warum weisen die Hersteller da nicht drauf hin?

Die Entwicklung eines solchen Tresors bis zur Serienreife incl. erfolgreich bestandener Prüfung dauert über mehrere Jahre und verursacht hohe Kosten, allein die mehrfache Fertigung diverser Prüfkörper und deren Übermittlung ins Prüflabor kostet zehntausende von Euros. Weiterhin wird wesentlich mehr teures Material verbaut, wie in einem Tresor, der nur dem normalen Einbruchschutz dient, auch die Herstellungszeit eines solchen Tresors dauert doppelt bis dreifach so lange.

Die hohen Kosten müssen auf vergleichsweise niedrige Stückzahlen umgelegt werden, da die breite Mehrheit der Tresorkäufer für den Sinn des Brandschutzes noch nicht sensibilisiert ist. Man erkennt oftmals den tieferen Sinn eines solchen Tresors erst, wenn der Schaden eingetreten ist und Dokumente und Daten unwiderbringlich zerstört sind. Und nun mal ganz ehrlich:

Welcher Hersteller oder Tresorlieferant hat den Mut, seinem Kunden zu erklären, dass er mit einem solchen Modell für einen hohen Preis ein Wirtschaftsgut mit einer überschaubaren Haltbarkeit erwirbt?

Richtig, keiner! Jeder muss heute verkaufen, und wenn ich den Interessenten mit solchen wichtigen Wahrheiten abschrecke, kauft er mein Produkt nicht und geht zum nächsten Anbieter. Der ist dann nicht ganz so ehrlich, weist meine Ausführungen ins Reich der Fabel, der Interessent meint, der hätte nun den absoluten Durchblick und kauft dort.

Sprechen Sie Ihren Lieferanten ruhig drauf an. Sagt er Ihnen etwas anderes, hat er keine Ahnung oder gibt Ihnen bewusst falsche Informationen.

Der Autor hat zehn Jahre in einem großen deutschen Tresorbauwerk gearbeitet und weiß, wovon er redet!

Wenn Sie sich für ein solches Produkt entscheiden, sollten Sie die Qualität in regelmäßigen Abständen überprüfen lassen.

HFD Tresortechnik begutachtet als derzeit einzigstes deutsches Serviceunternehmen für Tresore solche feuersicheren Tresore auf den Zustand der Brandschutzsalze, der Türdichtungen, des Zustandes des Riegelwerkes und der Schlösser, damit Sie nicht  von den Unzulänglichkeiten Ihres Tresors überrascht werden. Sprechen Sie uns an.

(Rechtlicher Hinweis: diese am 09.04.2013 erstmals publizierten Informationen stellen geistiges Eigentum der HFD Tresortechnik dar und dürfen ohne unsere ausdrückliche schriftliche Zustimmung nicht verwendet werden.)

 

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Wir verstehen Notdienste als nicht Aufschub duldenden Serviceeinsatz. Wir kommen sofort nach schriftlicher Auftragsübermittlung mit Kostenübernahmeerklärung. Derartige Einsätze sind kostenintensiv, weil sie nicht mit anderen Serviceaufträgen kombiniert werden können.

Sie erreichen unseren Notdienst unter der Rufnummer 0152-33620971.

 

HFD-Tresortechnik Wolfgang Friedrich    info@tresortechniker.de